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Autori: Subjekti: Masakra e Tiananmen
Anton Ashta

Postuar mė 3-6-2004 nė 07:29 Edit Post Reply With Quote
Masakra e Tiananmen

Der Tag, an dem die chinesische Führung ihre Kinder beschoss

Von Andreas Lorenz, Peking

Die Soldaten schossen Fliehenden in den Rücken, Panzer walzten Studenten platt, rissen Köpfe und Gliedmaßen ab. Bis zu 200 Menschen starben in jener Juni-Nacht 1989 im Kampf für Demokratie und Menschenrechte. SPIEGEL-Korrespondent Andreas Lorenz hat seine Erinnerungen an die Tage vor und nach dem 4. Juni aufgeschrieben.



REUTERS
Polizisten am Platz des Himmlischen Friedens
Es klingt wie Regen, der an die Scheiben prasselt. Solch ein heftiger Niederschlag in den letzten Maitagen im trockenen Peking? Es ist 1 Uhr morgens. Ein Blick aus dem Fenster zeigt eine Szene, die sich tief ins Gedächtnis gräbt: Das ist kein Regen, dessen Geräusch durch die Nacht dringt, sondern es sind Laufschritte junger Soldaten, die über die "Aufbau des Landes"-Straße Richtung Stadtmitte traben. Sie tragen leichte Stoffschuhe, grüne Hosen, ihre Hemden sind schweißgetränkt. Sie müssen schon Kilometer aus der Richtung der Stadt Tianjin unterwegs sein.

Alle haben kurzgeschorene Haare, über der Schulter baumelt eine grüne Provianttasche. Sie scheinen unbewaffnet. Erst später wird sich herausstellen, dass einige Garotten, mittelalterliche Würgewaffen, in ihren Taschen versteckt haben.

Peking im Mai 1989. Wie eine Menschenwelle wollen sie den Platz des Himmlischen Friedens überspülen, den seit Wochen Studenten besetzt halten. Die Volksbefreiungsarmee hat diese Taktik schon im Koreakrieg angewendet.





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Doch der Plan geht in dieser Nacht nicht auf: Immer wieder prallen sie auf Menschenketten und Absperrgitter, die quer auf den Straßen stehen. Immer wieder rennen sie vergeblich gegen die Barrieren an. Einzelnen, denen der Durchbruch gelingt, verpassen die Pekinger eine heftige Abreibung. Nach einigen Stunden treten die Uniformierten den Rückzug an. Einzeln oder in Gruppen wanken sie Richtung Westen, viele blutüberströmt, mit zerrissenen Hemden. Noch am nächsten Tag sind die traurigen Gestalten zu sehen, wie sie erschöpft und orientierungslos durch die Straßen irren.

Seit Mitte April demonstrieren Studenten gegen die korrupte Partei, und wir ausländischen Journalisten eilen jeden Tag durch die Stadt, um mit dem Geschehen Schritt zu halten. Immer wieder formieren sich Protestzüge aus den Universitäten ins Zentrum, kaum aufgehalten durch Armee oder Polizei.

Der Tiananmen-Platz sieht aus wie ein riesiges, chaotisches Zeltlager. Der sowjetische KP-Chef Michail Gorbatschow musste durch Katakomben in die Große Halle des Volkes gebracht werden - ein Gesichtsverlust, den die KP-Führung ihren jungen Leuten nicht verzeihen wird.

Viele Demonstranten sind im Hungerstreik. Krankenwagen mit heulenden Sirenen und der Aufschrift "Geschenk der italienischen Regierung" transportieren die geschwächten Jugendlichen ab. Bürger bringen Wasser auf den Platz.

Mit der Zeit hat der Protest einen neuen Charakter erhalten: Es geht nicht mehr nur um geldgierige und käufliche Kader. Nun wollen die Demonstranten auch Demokratie, wie ihre Spruchbänder verraten. Studenten der Kunsthochschule haben ein der amerikanischen Freiheitsstatue nachempfundenes Denkmal auf dem Platz errichtet.

Allerdings: An einem konkreten Programm mangelt es den Rebellen. Manche sprechen von Demokratie nach westlichem Modell. Andere wollen eine "gelenkte Demokratie" nach dem Vorbild Singapurs.

Einig sind sich alle: Die KP ist zu unbeweglich und zu korrupt. Flugblätter kursieren über die Machenschaften der Funktionäre und ihrer Familien, die von KP-Patriarch Deng Xiaoping eingeschlossen

Was im April 1989 als Gedenken an den reformfreudigen Ex-KP-Chef Hu Yaobang begonnen und sich zu einem umfassenden Studentenprotest gesteigert hatte, erfasst immer mehr Menschen. Die Pekinger haben sich mit ihren Kindern solidarisiert, obwohl - oder vielleicht weil - die Partei am 20. Mai das Kriegsrecht ausgerufen und damit die Hochschüler zu Staatsfeinden erklärt hat.

Nun sind sie fast alle dabei: Diplomaten des Außenministeriums, Kader des Zentralkomitees, Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua und der "Volkszeitung", Volkspolizisten, Agenten der Staatssicherheit, Zöllner, Bankangestellte, Taxifahrer, Verkäuferinnen.

Peking hat sich in diesen Tagen spürbar gewandelt. Das ist nicht mehr die raue Stadt, in der jeder um seinen Platz kämpft. Die Menschen werden freundlicher, der Verkehr fließt reibungsloser, auch wenn ihn an einigen Ecken nun nicht mehr Polizisten, sondern Passanten dirigieren. Rikschafahrer bieten Gratistouren an. Weit vor der Stadt interviewe ich am 27. Mai, dem Samstag vor dem Blutbad, einen General: Er versichert, seine Truppen würden nie auf das Volk schießen - und er scheint es ernst zu meinen.



DPA
Passanten auf dem Tiananmen-Platz: "Was meinen Sie, was das wohl ist?"
Überall in den Außenbezirken stehen in kleinen Seitenstraßen Panzer, Schützenwagen und Lkw. Im Gebiet Fengtai diskutieren Studenten mit den Uniformierten und bahnen ihnen den Weg in eine kleine Schule, wo sie Reis fassen sollen. Ihr Einsatz ist notwendig, weil die Bürger über die Anwesenheit der Militärs so erzürnt sind, dass sie die Soldaten nicht durchlassen wollen. Dafür dürfen die Studenten auf einen Schützenpanzer pinseln: "Es lebe die Demokratie - es lebe die Freiheit."

Vor dem Wochenende des 3. und 4. Juni ändert sich die Lage: Die Menge der Protestierenden auf dem Platz dünnt aus. Die Studenten sind ausgelaugt, ein Ende des wochenlangen Protestes scheint absehbar. Wir Journalisten fragen uns, warum die Regierung den Aufruhr nicht mit Tränengas und Wasserwerfern auf halbwegs friedliche Weise beschließt. Einige Berichterstatter fliegen nach Hongkong, um sich zu entspannen.

Doch am 3. Juni dringen immer mehr Militärlastwagen in die Stadt. Um sie aufzuhalten, stellen Busfahrer ihre rot-gelben Gefährte quer und lassen die Luft aus den Reifen. Die Stadt brodelt vor Nervosität, es ist brütend heiß. Anders als in den Vortagen weigern sich die Soldaten, mit den Passanten zu reden. Die Menge wird aggressiver, es kommt zu Schlägereien. Soldaten werden aus Bussen und Lastern herausgeprügelt, Waffen gestohlen. Gerüchte laufen um, ein Militärwagen haben absichtlich Studenten überfahren.

Die Nacht zum 4. Juni: Der Platz ist in fahles gelbes Licht getaucht. Aus den Lautsprechern dringen hysterische Frauenstimmen. Es handele sich um eine "Konterrevolution", verkünden sie. Eltern eilen zum Platz, um ihre Kinder zu holen. Einzelne Offiziere gehen langsam durch die leeren Seitenstraßen der Innenstadt nach Hause. Sie scheinen zu wissen, dass Einheiten im Westen der Stadt damit begonnen haben, sich den Weg freizuschießen.

Zwei Schützenpanzer knattern vom Tiananmen-Platz Richtung Osten und zurück. Als sie sich wieder dem Stadtzentrum nähern, haken sie sich an Straßengittern fest. Passanten setzen die Fahrzeuge in Brand. Die Fahrer versuchen, mit den Gefährten auszubrechen. Schließlich öffnen sich die Luken und die Soldaten springen heraus.

Die Menge schlägt auf sie ein. Ich sehe einen hoch gewachsenen Ausländer, der einen blutüberströmten, halb ohnmächtigen Uniformierten in Sicherheit schleift. Auch der Ausländer ist voller Blut.

Die Truppen sind an der Ostseite der Großen Halle des Volkes angelangt, die an den Tiananmen-Platz grenzt. Schüsse peitschen. Wie viele in der Menge glaube ich, dass es sich um Schreckschuss-Munition handelt. Ich höre das Zischen der Kugeln über unseren Köpfen. Dann brechen einige der Umstehenden zusammen. Die Hecken am Straßenrand vor dem hundert Meter entfernten Kaiserpalast brennen.

Mit einem US-Kollegen verlasse ich die Deckung hinter einem steinernen Löwen und gehe über den Platz. Er ist leer geworden. Verschwunden ist die dichte Menschenmenge mit den Fahrrädern, die sich auf dem Platz drängte. Vor einem Sanitätszelt liegt regungslos ein Mann, Mitte 30, auf dem Bauch. Ein Arzt im weißen Kittel hat ihm das Hemd hochgezogen, im Rücken klafft eine runde Wunde.

Noch immer können wir es nicht glauben, dass die Volksbefreiungsarmee scharf auf ihre Landsleute schießt. Wir fragen den Arzt nach der Wunde. "Was meinen Sie, was das wohl ist?", faucht er auf englisch. "Das ist eine Kugel, Kaliber 7,65."

Erneut fallen Schüsse, die Menschen weichen zurück. Geschrei. Verletzte werden auf Dreirädern zum nächsten Krankenhaus hinter dem Peking-Hotel gefahren. Dort hat sich eine Menge angesammelt, die beobachtet, wie immer neue Dreiräder mit blutüberströmten Opfern heranschaukeln.

Langsam umzingelt das Militär den Platz. Hunderte von Soldaten setzen sich vor das Revolutionsmuseum. Die Szenerie ist gespenstisch. Nur um die Unabhängigkeitssäule steht noch eine Gruppe von Studenten. In den schmalen Gassen im Süden des Platzes drängen sich die Menschen, Schüsse peitschen in die Hutongs. An anderen Stellen werfen die Soldaten Tränengas. Gegen Mitternacht gibt es kein Zurück mehr auf den Platz. Das Areal ist weiträumig abgesperrt.

Am Morgen des 4. Juni sitzen Soldaten auf der Straße des Ewigen Friedens. Noch immer wird geschossen. Der Platz ist leer, die letzten Studenten sind verschwunden. Alle seien erschossen worden, heißt es. Später wird sich herausstellen, dass sie freies Geleit erhalten hatten. Dann allerdings fuhr ein Schützenpanzer in die Menge, elf Menschen starben.

Trupps in Stahlhelmen marschieren durch die Straßen. Die Nachricht, dass es Erschießungen in der Pekinger Universität gegeben habe, erweist sich als falsch. Wir Journalisten können uns frei bewegen, Soldaten winken uns durch die Straßensperren. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Erst am Montag, am 6. Juni, beginnt sich der Verkehr außerhalb des Zentrums zu normalisieren.

Auf der Brücke über dem 2. Ring gegenüber dem Diplomanten-Wohnviertel liegt lange Zeit ein Toter. Alle Geschütze der Panzer zielen nach außen. Gerüchte schwirren durch die Stadt: Gegen wen richten sich die Kanonenrohre? Meutern Truppenteile, deren Kommandeure mit der Gewaltaktion nicht einverstanden waren? Erwarten die Tiananmen-Eroberer einen Angriff ihrer Genossen von außen? Im Süden der Stadt soll es schon Gefechte gegeben haben, heißt es. Ich fahre mit dem Auto in die Richtung, zu sehen ist nichts.

Soldaten feuern einige Salven auf das Ausländerwohnviertel an der "Aufbau des Landes"-Straße, was die meisten Bewohner zur schnellen Flucht veranlasst. In einem Hochhaus gegenüber drängen sich Menschen vor den Lufthansa- und Swissair-Schaltern. Ich kaufe ein Ticket für einen befreundeten Studenten-Aktivisten, der seine Verhaftung fürchtet.

Plötzlich stürmen Soldaten mit gezogener Pistole herein, ein Maschinengewehr wird auf dem Vorplatz aufgebaut. Heckenschützen hätten vom Dach des Gebäudes auf sie gefeuert, erklärt ein junger Offizier. Die Türen werden gesperrt. Nach zwei Stunden ziehen sie wieder ab.

Das Fernsehen berichtet von Verhaftungen angeblicher "Rädelsführer des konterrevolutionären Aufstandes", die Stimmen der Sprecher überschlagen sich. Mit niedergedrückten Köpfen werden die Gefassten vorgeführt.

Nachts rumpeln Panzer von Osten her in die Stadt an unserer Wohnung vorbei. An einer Kreuzung der "Aufbau des Landes"-Straße nahe dem Freundschaftsladen errichten unermüdlich Bewohner Barrieren aus Mülleimern, Straßengittern und Steinen. Dann huschen sie wieder in die Hauseingänge zurück. Doch aufhalten können sie die Panzer nicht.

Am Mittwochmorgen, den 7. Juni, stehen Polizei und Militärs vor den Türen ihrer Wohnhäuser. Uniformierte führen einen Bewohner nach dem anderen zu den Fahrzeugen. Alle haben die Arme hinter dem Nacken verschränkt. Wir fragen die Nachbarn, wie viele Menschen verhaftet worden seien. Sie schweigen.


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© SPIEGEL ONLINE 2004





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Anton Ashta

Postuar mė 4-6-2009 nė 08:50 Edit Post Reply With Quote
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